Gewässeruntersuchung

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Die Gewässeruntersuchung der natur­wissenschaftlichen Klassen der Jahrgangsstufe 9 ist seit vielen Jahren fester Unterrichtsbe­standteil. Für die beteiligten Lehrer zur Routine geworden, stellt diese Projektarbeit für die Schüler aber eine
Herausforderung dar, da in hohem Maße selbstständiges Arbeiten notwendig ist. Das Bestimmen der Wasser­organismen, die Einschätzung der Ökologie, die chemische Analyse und das Protokollieren der Daten erfolgen innerhalb der Arbeits­gruppen eigenverantwortlich.Jenseits jeglicher Routine gelingen den Schülern Funde, die in der normalen Bestimmungsliteratur nicht enthalten sind und sich somit als echte Herausforderung für die Biologielehrer erweisen. 
Hier zwei Beispiele: 

Borsten-Grünalge [Chaetophora spec.] und Dänische Eintagsfliege [Ephemera danica]. Die Borsten-Grünalge bildet bis zu einige Zentimeter große Kugeln von mehr oder weniger elastischer, zäher bis knorpeliger Konsistenz. Die Kugelform entsteht durch Gallerte, in die Algenfäden eingelagert sind. Deren Chlorophyll lässt die Gebilde in leuchtend hellgrüner Farbe erscheinen. Die frische Farbe und die vorhandenen Gasbläschen deuten auf photosynthetische Aktivität hin. Ob die zahlreich vorhandenen Schlammschnecken die Algen abweideten, konnte nicht beobachtet werden. (Bild 3: Massenentwicklung der Borsten-Grünalge Chaetophora in der Grimmelbach) 

Gefunden wurde die Art in einem wenige Meter langen Abschnitt der Grimmelbach direkt unterhalb der Staumauer auf sandig-steinigem Untergrund. Nach Literatur­angaben bevorzugt die Art gering belastetes, vermutlich kühleres Wasser. (Bild 1: Makroaufnahme der Algen-Körper, dazwischen zwei Schlammschnecken) 
Larven der Dänischen Eintagsfliege wurden in der Felda in der Ortslage von Gerthausen gefunden. Die mit ca. 30 mm Körperlänge auffälligen Tiere wurden beim Keschern im Schlamm bemerkt. (Bild 2: Dänische Eintagsfliege Ephemera danica, fotografiert in einer Petrischale) Die Larven graben sich durch den Bodenschlamm der Felda und nehmen dabei ihre Nahrung – totes organisches Material – auf. Erst nach mindestens zwei Jahren ist die Entwicklung der Larven im Wasser abgeschlossen.Laut Literatur werden als Lebensraum saubere Bäche und Flüsse bevorzugt, doch auch hier ist der der Bodenschlamm sicher nicht besonders sauerstoffreich. Aus diesem Grund sind effiziente Atmungsorgane für die Tiere wichtig, um trotz Sauerstoffmangel atmen zu können. Ist die Entwicklung im Bach abge­schlossen, fliegen die Eintagsfliegen im Som­mer für zwei bis vier Tage (Name!), paaren sich und die Weibchen legen die Eier im Was­ser ab. Dies tun sie im Flug, wobei sie mehr­mals mit dem Hinterleib ins Wasser eintauchen.

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