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Seminarfach

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Nicht nur fit fürs Studium, sondern fürs Leben überhaupt - Einführung des Seminarfaches in den Klassenstufen 10 bis 12

Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz sind zur Erreichung des Abiturs bundesweit 265 Wochenstunden (gezählt sind dabei die Wochenstunden von Klasse fünf bis zwölf) nötig. Aus diesem Grunde und um die Studierfähigkeit der Abiturienten1 zu verbessern, hat der Thüringer Landtag beschlossen, ein fächerübergreifendes Fach an Thüringer Gymnasien ab Klasse zehn einzuführen. Dabei war das Rhön-Gymnasium Kaltensundheim eines der neun Gymnasien in Thüringen , die in einer zweijährigen Trainingsphase dieses Fach mit vorbereiteten. Mit Beginn des zweiten Halbjahres 1997/98 startete am Thüringischen Rhön-Gymnasium der Schulversuch Seminarfach. Da das Abitur in Thüringen nach dem zwölften Schuljahr abgelegt wird, beginnt der Seminarkurs mit einer Vorbereitungsphase in der zehnten Klasse. Dabei geht es nicht darum den Schülern weiteres Sachwissen zu vermitteln, sondern ihre Methodenkenntnisse mit Hilfe einer Sache zu vervollständigen und anzuwenden.

Zwei Lehrer des Thüringischen Rhön-Gymnasiums - S. Kümpel und W. Hartmann - sind verantwortlich für das Methodentraining unserer Schüler der Klassenstufe zehn. Nach dem Rotationsprinzip begleitet jeder der drei Lehrer eine Schülergruppe ca. sechs Wochen. Die Teilnahme der Schüler am Seminarfach wird auf dem Jahreszeugnis der zehnten Klasse mit einer Wortbeurteilung bestätigt und geht in die Gesamtbeurteilung des Seminarfaches ein. Am Ende der zehnten Klasse wählt jede Schülergruppe (Teamarbeit ist eines der wichtigsten Prinzipien im Seminarfach) einen verbindlichen aufgabenfeldübergreifenden Themenbereich (sprachlich-literarisch-künstlerisch, gesellschaftswissenschaftlich, mathematisch-naturwissenschaftlich) und einen Betreuer für die Seminarfacharbeit, wobei beides von der Schulleitung genehmigt werden muss. Im elften Schuljahr arbeiten die Schüler in den selbst gewählten Gruppen zur Erstellung ihrer Seminarfacharbeit zusammen, arbeiten auch außerhalb der Schule (Bibliothek, Befragungen, empirische Untersuchungen) und führen ein Berichtsheft. Bis zum 30. Oktober des ersten Kurshalbjahres der zwölften Klasse lernen die Schüler relativ selbständig. Allerdings finden regelmäßige Konsultationen mit den Seminarfachbetreuern statt. Schwerpunkte dieser Konsultationen sind nicht formale Dinge, sondern Vorgehensweise, inhaltliche Betrachtungen, Teamarbeit und Anwendung der erlernten wissenschaftlichen Arbeitsweisen. Im letzten Kurshalbjahr der zwölften Klasse wird die Seminarfacharbeit in Form von Kolloquien öffentlich verteidigt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Präsentation, die Art des Referierens, das Visualisieren und Illustrieren des Vortragenden, die eingesetzten modernen Medien. Das Kolloquium wird mit 50 Prozent gewertet, der Prozess der Erstellung mit 20 Prozent und die Seminarfacharbeit selbst mit 30 Prozent. Das Seminarfach müssen alle Schüler der Klassenstufen zehn bis zwölf des Gymnasiums belegen, es geht mit maximal 60 Punkten in die Abiturprüfung ein. Die Schüler können jedoch entscheiden, ob sie diese im Rahmen der für die Abiturprüfung vorgesehenen Gesamtpunktzahl von 300 Punkten einbringen wollen.

Bewertet wird von den Lehrern das Fachwissen, die fächerübergreifende Anwendung, Urteil und Schlussfolgerungen, aber auch Teamfähigkeit, Toleranz, Kontaktfähigkeit, solidarisches Handeln, Konfliktlösungen innerhalb der Gruppe, Konzentration, Ausdauer und Belastbarkeit sowie Diskussionsfähigkeit und die entwickelten Lernstrategien.

In Vorbereitung auf ihr Kolloquium erstellen die Schüler ein Thesenpapier, welches rechtzeitig vor Beginn ihrer Präsentation abzugeben ist. Besonders bewährt hat sich dabei in den letzten zwei Jahren am Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim die Durchführung von zwei Seminarfachtagen im Dezember des Kurshalbjahres 12/I. An diesen zwei Projekttagen erstellten die Schüler nicht nur ihr Thesenpapier, sondern auch ein Werbeplakat mit Zeitpunkt und Ort ihrer Kolloquien. Diese Plakate wurden im Schulgebäude ausgehangen und animierten die Schüler der Klassenstufen zehn bis zwölf, an den Kolloquien ihrer Wahl als Zuhörer teilzunehmen. Weitere Teilnehmer an den Kolloquien sind eine Kolloquiumskommission (bestehend aus 3 Lehrern), interessierte Lehrer, Gäste aus der Öffentlichkeit und die Presse. Die Bewertung der Seminarfachleistung erfogt ausschließlich durch Lehrer unseres Gymnasiums. Fachbetreuer außerhalb der Schule können eine beratende, aber keine bewertende Funktion übernehmen.

Der gesamte Prozess der Erstellung und Bewertung von Seminarfacharbeiten wird dabei am Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim auf möglichst breite Schultern verteilt, das heißt, an unserem Gymnasium sind ca. 25 Lehrer an der Betreuung von Seminarfacharbeiten beteiligt.

Das Seminarfach wurde bisher von unseren Schülern und in der Öffentlichkeit positiv angenommen. Belege dafür sind die Aktivitäten der Schüler und die Presseberichte bis hin zur Reaktion des Bundestagsabgeordneten W. Sorge. Auch die Bereitschaft vieler Lehrer unseres Gymnasiums zur Betreuung von Seminarfacharbeiten zeigt das Interesse an der Zielsetzung dieses Unterrichtsfaches. Im Seminarfach gibt es bisher weder Lehrpläne noch geeignete Lehrbücher. Deshalb ist es für jedes Gymnasium eine große Chance, einen eigenen individuellen Weg zu beschreiten und sich entsprechend seiner Umgebung zu profilieren.

Seminarfach- Inhalte des Unterrichts in Klasse 10 Projekttag

  • Vorlesung zum Thema „Lerntheorie“
  • Tests zur Bestimmung des Lerntyps Was heißt wissenschaftliches Arbeiten?
  • Lesetechniken (intensives Lesen, kursorisches Lesen, selektives Lesen
  • Materialfindung (Internet / Suchmaschinen, Bibliothek, Archiv, Interview, Fragebogen, Behördenbrief ......)
  • Erfassung des Inhalts gelesener Texte (Wegstreich- oder Kürzungsmethode, Markierungsmethode, Ergänzungsmethode)
  • Exzerpt (Vergleichsmerkmale: Inhaltsangabe/Nacherzählung, "Eine Rede wirkungsvoll vortragen"); Inhaltsangabe literarischer Texte; Konspekt (Mindmapping); Stichwortgliederung (Teilüberschriften)
  • Zitieren / Paraphrasieren / Verweisen
  • Quellenangabe
  • Kritische Bewertung von Quellen
  • Lesen und Interpretieren von Diagrammen/Statistiken
  • Verfassen von Thesen
  • Quellenverzeichnis
  • Äußere Form der Seminarfacharbeit (Vorwort, Nachwort, Inhaltsverzeichnis, Eidesstattliche Erklärung....)
  • Präsentationsmöglichkeiten
  • Tonaufzeichnungen
  • mündlicher Vortrag (Kriterien für wirkungsvollen Vortrag)
  • Visualisieren ( MindMap, Folien, Video, Multimedia ...).
  • Projekttag nach Abgabe der Arbeit (Kommunikations- und Präsentationstraining)
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